Der Detektiv ist objektiv

März 15th, 2010 · No Comments

Ein Detektiv hat stets unvoreingenommen an eine Sache heranzugehen. Eine gewisse Objektivität muss er sich erhalten, sonst wären die Ermittlungen alle viel zu einseitig. Einen Fall zu übernehmen, bedeutet also, sich einen Überblick über die Fakten zu verschaffen. Dazu gehört es, alle Umstände zur Sache, die der Auftraggeber mitteilen kann, zu erfragen.

Einmal angenommen, eine Frau beauftragt den Detektiv, die heimliche Affäre ihres Mannes zu beweisen. Die Dame kommt auf den Ermittler zu, voller Selbstzweifel, Angst und oft auch Zorn. Sie hat schon einen begründeten Verdacht. Sie wird dementsprechend in ihrer Schilderung eine Meinung projizieren, die der Detektiv aber nicht annehmen darf. Bis er einen handfesten Beweis für das moralisch inkorrekte Verhalten des Ehemannes gefunden hat, gilt die Unschuldsvermutung. Diese Objektivität muss sich während der gesamten Ermittlung in dieser Sache fortsetzen. Ein Zusammentreffen mit einer Frau schnell zwischendurch zu fotografieren und damit die Sache zu bestätigen, reicht nicht aus.

Der Grund, warum sich der vermeintlich untreue Mann mit dieser Frau trifft, muss herausgefunden werden. Verschwinden die beiden in einem Hotel, ist die Lage klar; doch es könnte sich auch um eine harmlose Verabredung mit einer Arbeitskollegin handeln, mit der es einfach dienstliche Angelegenheiten zu besprechen gab. Bevor der Detektiv also seine Beweise abliefern kann, muss er einiges hinterfragen und damit die Ermittlungen hieb- und stichfest abschließen. Verlöre der Detektiv seine Objektivität, könnte dies zu falschen Informationen führen, die einfach nicht weiter hinterfragt werden, weil eine vorgefertigte Meinung auf einen ermittlerischen Irrweg führte. Noch mehr muss der Ermittler auf unparteiisches und objektives Arbeiten achten, wenn eine ihm persönlich bekannte oder nahestehende Person in den Fall involviert ist. In größeren Detekteien kann hier der Fall an einen Kollegen abgegeben werden.